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Rhythmus als Tor zu innerer Heimat

Rhythmus ist die bewegende Kraft, die Verbindung schafft, die ordnet und strukturiert und gleichzeitig bestehende Ordnungen auflöst und zum Wandel führt. Rhythmus spricht von Seele zu Seele.

Unsere Entwicklung als Mensch ist begleitet von unzähligen Rhythmen – angefangen beim Herzschlag, mit dem wir im Mutterleib verbunden waren. Doch mangelt es in der westlichen, zivilisierten Gesellschaft an rhythmischer Stimulation, die dem Menschen ermöglichen, seine Anlagen weiter zu entwickeln. Es fehlen Rituale, die den Einzelnen einbinden in ein größeres Ganzes. Das Erlernen eines Instruments erleben viele Menschen in verschulten, technischen Kontexten, so bleibt  Rhythmus etwas, das “außerhalb” von uns liegt - etwas, das ich mir aneignen muss.

Lernen im Taketina führt den Teilnehmenden direkt zum inneren Kern rhythmischer Ereignisse: Pulsation, Zyklus und Unterteilungsschwingung sind Ausdruck von Naturphäno-menen, die unmittelbar körperlich- sinnlich erfahrbar sind.

Elementare Rhythmen in den Schritten werden vom Puls einer Basstrommel getragen, während sich allmählich in der Stimme und im Klatschen unterschiedliche Rhythmen entfalten. Die Koordination vielschichtiger Rhythmen im Körper geht über das rein verstandesmäßige Nachvollziehen hinaus und erweckt ein eher intuitives Wissen, das Herz, Körper und Geist verbindet.

Das Geschehen wird zu einem Spiegel, in der Lernende erfahren kann, wie Rhythmus anfängt zu tragen und zu einem Tor der inneren Heimat wird; und welche Haltungen ihn daran hindern, sich dem rhythmischen Fluss hinzugeben und seinem „Körperwissen“ zu vertrauen. In diesem Prozess stehen rhythmisch „unerfahrene“ Menschen neben professionellen Musikern und können gleichermaßen in ihrem eigenen Zeitmaß lernen.